Schule Beinwil am See

Anlässe - Berichte

Besuch in der Wörterfabrik

Am letzten Montag durften die Kinder der 1. und 2. Klassen die Wörterfabrik im TaB (Theater am Bahnhof) Reinach besichtigen. Der Ort, an dem alle Wörter hergestellt werden. Aber nicht um sonst, nein. Jedes Wort kostet, häufig gebrauchte Wörter wie „Hab Hunger“ oder „Nein, Mama“ verkauft die Chefin teurer, sie weiss Lischliesslich wie man gute Geschäfte macht. Aber auch kaputte Wörter werden repariert und so wird aus einem Gapapei wieder ein Papagei. Die Kinder durften auch einen kurzen Blick ins Museum werfen. Der Ort, an dem die ausgestorbenen Wörter hinkommen.

Der Besuch in der Wörterfabrik war ein besonderes Erlebnis. Klänge, Wortspiele, Effekte und Witze rissen die Kinder mit und so wären einige Kinder sicher gerne noch etwas länger in der Fabrik geblieben.


TaB(2)


Zu Besuch beim Samichlaus

Am Donnerstag, 5. Dezember trafen die Kindergartenkinder etwas nervöser im Kindergarten ein als sonst. Was wird wohl der Samichlaus dieses Jahr zu uns sagen? Finden wir ihn überhaupt? Hat er seinen Sack mit feinen Sachen dabei?

Nach einer Znünipause bei der Jägerhütte begaben wir uns zur Waldhütte. Kaum angekommen, sahen wir den Samichlaus mit seinen beiden Schmutzlis und dem Pony daher marschieren. Er hat uns eine schöne Geschichte vom Samichlaus mitgebracht. Anschliessend las er für jede Kindergartenklasse aus seinem Buch vor. Der Schmutzli hat gute Arbeit geleistet und die Kindergärtler übers Jahr genaustens beobachtet.

Nachdem alle Klassen ihr Versäli vorgetragen hatten, gab es tatsächlich pro Kindergarten einen Samichlaussack gefüllt mit feinen Sachen.

Nun blieb noch etwas Zeit zum spielen und sich wieder aufwärmen. Das Wetter war zwar schön, aber es war eisig kalt. Schon bald war es Zeit um den Nachhauseweg anzutretten.


Zu Besuch beim Samichlaus(3)


Vom Sportler zum Krüppel: Ins Koma geprügelt, kämpft er nun gegen Gewalt

 

Am Mittwoch, 30. Oktober, bekamen die Dritt- bis Sechstklässler der Schule Steineggli in Beinwil am See während zwei Stunden einen ganz speziellen Unterricht: Christoph Rickels wurde vor Jahren in einer Diskothek verprügelt. Seitdem ist er schwerbehindert - und will Schülern die Konsequenzen eines einzigen Faustschlags klarmachen. Auf Einladung der Schulleitung erzählt er den Schülerinnen und Schülern seine Lebensgeschichte und über sein Projekt ‚First Togetherness’.

 

Bei seinem ersten Referat ausserhalb von Deutschland steht er nun in der Aula des Steineggli vor vollem Saal, die Schülerinnen und Schüler gespannt, er selbstbewusst und bestimmt: Wenn Christoph Rickels lacht, hat er nicht zwangsläufig gute Laune. Er kann auch tieftraurig oder wütend sein, er möchte auch weinen, kann aber nicht. Dies und das ungewollte Lachen sind eine Folge der verhängnisvollen Nacht, die das Leben des 32-Jährigen Deutschen vor zwölf Jahren veränderte. Vor einer Disco wird er niedergeschlagen - vom eifersüchtigen Freund eines Mädchens, dem Rickels ein Getränk spendiert hatte. Er knallt mit dem Kopf auf den Asphalt und fällt ins Koma. Gitarre, Schlagzeug, Keyboard, Sport, Berufskarriere – alles fiel mit einem Schlag aus dem Zukunftsraster. Noch trauriger - der Täter bekam eine Bewährungsstrafe, Rickels leidet lebenslang und die finanziellen Folgen sind erheblich: Der Täter ist insolvent, keine Entschuldigung beim Opfer, die Versicherung des Täters weigert sich trotz Verurteilung zu zahlen - erst wegen „vorsätzlicher Tatbegehung“, dann wegen Verjährung. Christoph Rickels ist halbseitig spastisch gelähmt. Seine Muskeln hat er nur teilweise unter Kontrolle. Die Tat hat sein Leben nicht nur verändert, sie bestimmt es bis heute. Er kämpft seit Jahren mit den juristischen, finanziellen, sozialen und gesundheitlichen Folgen – bis heute.

 

Menschen von Gewalt abhalten

Aber sein Schicksal hat ihm auch eine Mission gegeben. „Das einzige, was das Leben lebenswert macht, ist First Togetherness“, sagt der 32-Jährige. Das ist seine gemeinnützige Initiative, mit der er Menschen von psychischer und physischer Gewalt abhalten will. Zentral ist für ihn der Begriff „cool“. Denn „cool“ seien für Jugendliche oft die falschen Vorbilder: gemeine, abweisende oder einfach körperlich starke Menschen. „Cool“ könne aber auch ein gutes Miteinander sein. Es gehe darum, die Definition von „Coolness“ zu verändern. Cool heisst für ihn helfen, unterstützen, sich für die Schwächeren einsetzen.

 

Wenn er im Rampenlicht steht wie heute in der Aula des Steineggli, hat er viele interessierte Zuhörer und sonst wichtige Unterstützer: Politiker haben sein Engagement gewürdigt, Prominente unterstützen ihn, er hat Urkunden und Preise bekommen. Aber - abseits des Trubels ist der 32-Jährige allein, wie auch viele andere, die sein Schicksal teilen: Es gebe nur einen Menschen, den er als Freund bezeichne, sagt Rickels. „Nach dem Koma waren alle im Krankenhaus und haben mir beim Schlafen zugesehen“, erklärt er: Als er danach Freunde brauchte, seien sie weg gewesen. Auch eine Beziehung sei schwierig: „Ich bin aus Angst, etwas falsch zu machen, übervorsichtig.“

 

Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich vom Vortrag sehr beeindruckt und teilweise auch überwältigt, nicht alle Augen blieben trocken. Noch Tage später hat man über das Gehörte in den Klassen und auf dem Pausenplatz gesprochen – eine nachhaltige Wirkung scheint der Referent mit seiner traurigen Lebensgeschichte erreicht zu haben. Das Füreinander, das Miteinander, helfen, unterstützen, reden, für Schwächere einstehen, das waren und sind seine Botschaften.

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